Wege zum wahren Glück: Wollen denn nicht alle glücklich sein?
Aktualisiert: 7. Aug.
Über die Suche nach Glück, die Verbindung zu uns selbst und den Weg, wieder bei sich anzukommen.

Was bedeutet es eigentlich, glücklich zu sein?
Ist Glück etwas, das wir denken, fühlen oder vielleicht sogar eine Art, mit dem Leben verbunden zu sein? Wahrscheinlich wird jeder Mensch diese Frage anders beantworten.
Vor einigen Jahren saß ich an einem wunderschönen Strand. Ich hatte einen erfolgreichen Job, ein Eigenheim, finanzielle Sicherheit und liebe Menschen an meiner Seite. Von außen betrachtet schien alles perfekt. Und doch war da dieser leise Grundton der Melancholie – ein Gefühl, dass trotz allem etwas fehlte.
In diesem Moment wurde mir klar, dass materieller Wohlstand allein für mich nicht genügte. Es war eine Erkenntnis, die ich zwar schon oft gehört hatte, die ich aber erst in diesem Augenblick wirklich erfahren konnte: Das Glück, nach dem ich suchte, konnte nicht allein von äußeren Umständen abhängen. Es musste etwas Tieferes in mir geben, das gesehen werden wollte.
Auch ich bin mit der Vorstellung aufgewachsen, dass bestimmte Dinge zum Glück dazugehören: ein guter Beruf, finanzielle Sicherheit, ein Eigenheim, Anerkennung oder das nächste Ziel. Viele von uns kennen diese Prägungen und vieles davon kann unser Leben bereichern. Doch was geschieht, wenn wir all das erreicht haben und trotzdem spüren, dass etwas fehlt?
Verschieben wir unser Glück in die Zukunft?
Vielleicht liegt es daran, dass wir unser Glück unbewusst immer wieder in die Zukunft verschieben. Wenn ich dieses Ziel erreicht habe, wenn ich mehr verdiene, den richtigen Partner finde oder endlich dies oder jenes besitze, dann werde ich glücklich sein. Doch das Glück bleibt dabei oft an Bedingungen geknüpft und scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Dabei möchten wir doch jetzt glücklich sein – oder nicht?
Das bedeutet für mich jedoch nicht, dass wir materiellen Wohlstand oder äußeren Erfolg ablehnen müssen. Unser Verstand denkt gerne in Gegensätzen – entweder das eine oder das andere. Doch das Leben ist oft vielschichtiger. Vielleicht geht es weniger um ein Entweder-oder als vielmehr um ein Sowohl-als-auch. Äußere Fülle und inneres Wachstum müssen sich nicht ausschließen. Entscheidend ist für mich die Frage, woran wir unser Glück letztlich festmachen.
Gibt es Wege zum wahren Glück?
Vielleicht stellt sich aber zuerst eine andere Frage: Was hält uns eigentlich davon ab, dieses innere Glück zu erfahren? Sind es unsere Gedanken? Unsere Erwartungen? Alte Prägungen? Oder verlieren wir uns so sehr im Außen, dass wir die Verbindung zu uns selbst kaum noch wahrnehmen?
Vielleicht trägt jeder Mensch seine eigene Antwort bereits in sich. Denn gibt es überhaupt einen Weg zum Glück? Oder gar ein einfaches Rezept? Vielleicht gibt es Hinweise und Wegweiser – doch wahrscheinlich sieht dieser Weg für jeden Menschen anders aus.
Manche tragen dieses Gefühl schon lange in sich. Andere machen sich erst irgendwann auf die Suche. Für manche ist es ein leichter, fast selbstverständlicher Weg. Für andere – und dazu zähle ich mich selbst – entfaltet er sich Schritt für Schritt.
Auf meinem eigenen Weg habe ich viele Menschen kennengelernt, die auf ganz unterschiedliche Weise wieder mehr zu sich selbst gefunden haben. Manche in der Natur, andere durch Meditation, Yoga, Tanz oder Energiearbeit. Wieder andere durch Gespräche, Therapie oder indem sie den Mut fanden, ihr Leben neu auszurichten.
Ich glaube nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt. Für mich wurde immer wichtiger, den eigenen Weg zu finden – einen Weg, der sich wirklich stimmig anfühlt.
Der eigene Weg zurück zu sich selbst
Auf diesem Weg wurde für mich auch eine andere Erkenntnis immer wichtiger: Wir müssen nichts bekämpfen. Für mich wurde mit der Zeit immer deutlicher, dass Widerstand nicht immer der Weg ist, der uns weiterbringt. Je stärker wir gegen etwas ankämpfen, desto mehr Raum kann es in unserem Leben einnehmen. Vielleicht geht es vielmehr darum, anzunehmen, hinzuschauen und dem, was in uns gesehen werden möchte, Raum zu geben, damit es sich nach und nach wandeln kann.
Die Frage, was mich auf diesem Weg unterstützt hat, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es gab nicht den einen Moment und nicht die eine Methode, die plötzlich alles verändert hat. Vielmehr waren es viele kleine Erkenntnisse, Begegnungen und Erfahrungen, die sich über die Jahre zusammengefügt haben. In dieser Zeit habe ich vieles ausprobiert, erforscht und durfte unterschiedliche Perspektiven kennenlernen.
Die letzten Jahre waren für mich auch Jahre des Loslassens. Ich durfte mich von vielem verabschieden, was lange ein Teil meines Lebens war – von Beziehungen, meiner bisherigen beruflichen Identität, vertrauten Orten und alten Bildern davon, wie mein Leben aussehen sollte. Rückblickend waren diese Veränderungen nicht immer einfach, doch sie haben mir gezeigt, dass innere Fülle nicht zwangsläufig aus dem entsteht, was wir festhalten, sondern manchmal auch aus dem Mut, etwas Neues entstehen zu lassen.
Was mich auf meinem Weg begleitet hat
Die letzten Jahre haben mich durch viele verschiedene Themen und Disziplinen geführt. Die buddhistische Lebensphilosophie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, das eigene Leiden bewusst wahrzunehmen und zu erkennen, welche Gedanken, Wünsche oder Formen des Festhaltens uns daran hindern können, freier mit dem Leben umzugehen. Sie hat mir vermittelt, dass es immer einen Weg gibt, bewusster mit dem eigenen Erleben umzugehen.
Auch verschiedene Coaching- und Heilerausbildungen haben mich begleitet. Jede einzelne hat mir neue Perspektiven eröffnet und mich ein Stück näher zu mir selbst geführt.
Human Design war für mich eine weitere Möglichkeit, mich selbst besser zu verstehen – zu erkennen, wie ich selbst funktioniere, wie ich Entscheidungen auf meine Weise treffen kann und welche Umgebung und Voraussetzungen mir helfen, mich wohlzufühlen und mehr im Fluss zu sein.
Vergebung und Dankbarkeit
Doch wenn ich auf meinen Weg zurückblicke, möchte ich vor allem zwei Dinge hervorheben: Vergebung und Dankbarkeit. Sie haben über viele Jahre einen tiefgreifenden Teil meiner Entwicklung ausgemacht. Durch sie durfte ich mehr und mehr lernen, mich selbst anzunehmen, alte Muster loszulassen und mich aus einem Gefühl des Mangels wieder stärker mit der Fülle in meinem Leben zu verbinden.
Ein wesentlicher Teil dieses Weges war für mich auch, eine liebevollere Beziehung zu mir selbst aufzubauen. Nicht erst dann gut genug zu sein, wenn etwas erreicht ist, sondern mich auch mit meinen Zweifeln, meinen Schatten und meinen unvollkommenen Seiten anzunehmen.
Möglicherweise geht es bei vielen Menschen am Ende gar nicht nur um das Glück selbst. Vielleicht suchen wir vielmehr nach etwas Tieferem: nach Selbstliebe, Harmonie, Freiheit, Freude, Frieden, Stabilität, Verbundenheit, Wahrheit, Klarheit, Sicherheit, Vergebung oder Akzeptanz.
Was Glück für den Einzelnen bedeutet, darf wohl jeder für sich selbst herausfinden. Denn so unterschiedlich unsere Wege sind, so unterschiedlich kann auch das sein, was uns erfüllt.
Vielleicht bedeutet Glück, bei sich anzukommen
Möglicherweise führt uns diese Zeit des Wandels wieder stärker zu uns selbst – hin zu einer tieferen Verbindung mit unserem eigenen Leben und dem, was uns wirklich entspricht.
Vielleicht bedeutet glücklich zu sein nicht, immer einen bestimmten Zustand erreichen zu müssen. Vielleicht bedeutet es vielmehr, bei sich selbst anzukommen, sich anzunehmen und nicht ständig im Außen nach etwas zu suchen, das uns innerlich fehlt.
Wie steht es mit deinem Glück?
Ja, ich fühle mich sehr glücklich
Manchmal so und manchmal so
Ich bin noch auf der Suche nach meinem Glück
Ich weiss nicht



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